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Blog 19.11.2016

Liederabend Christian Gerhaher – Gerold Huber, Klavier – Robert Schumann, op. 77, 35, 142 – Hector Berlioz, Les nuits d’été – Konzerthaus Dortmund.

Besser geht es nicht!
Atemberaubend ist Christian Gerhahers Kunst die Lieder von Robert Schumann zu singen – und nur von Singen zu sprechen ist hier viel zu wenig. Gebannt lauscht das ganze Publikum, es gibt nahezu keine Huster und Geräusche. Christian Gerhaher deklamiert so gut, dass jedes Wort verständlich ist und in Verbindung mit jedem Ton wird ein packendes Erlebnis daraus. Hier bilden Wort und Ton eine untrennbare unauflösliche Einheit.
Beinahe servil, als wolle er durch die Tasten in den Flügel kriechen, gibt Gerold Huber Christian Gerhaher den passenden Rahmen, das immer angemessene, durchaus Impulse gebende Gegenüber und spielt sich dabei nie in der Vordergrund. Auch in den Schumannschen Nachspielen verlässt er diesen Rahmen nicht.
Während Schumanns Musik Christian Gerhaher auf den Leib geschrieben zu sein scheint, tue ich mich mit den Sommernächten von Berlioz – auch hier verstehe ich jedes französische Wort perfekt – etwas schwer. Diese Kompositionen fallen gegenüber den Schumannschen Liedern für mich etwas ab, bleiben distanziert, ergreifen mich nicht so unmittelbar.
Die abschließenden Vier Gesänge op. 142 und zwei Zugaben von Schumann stellen die Vollkommenheit wieder her.
Ein unvergesslicher Abend.