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Blog 15.10.2016

R. Wagner, HK Gruber, R. Strauss – Royal Concertgebouw Orchestra, Andris Nelsons – Hakan Hardenberger, Trompete  – Konzerthaus Dortmund.

Gebenedeit ist dieses Konzerthaus unter den Konzerthäusern in der Welt. Der neue Exklusiv-Künstler am Konzerthaus Dortmund Andris Nelsons wird drei Jahre mit bedeutenden Orchestern aus aller Welt hier viele Konzerte geben.

Heute wohnte diesem Anfang wahrlich ein Zauber inne. Magisch entfaltete sich zu Beginn das Vorspiel zum 1. Akt Lohengrin und triumphal endete das Konzert mit einer (“kleinen”) Zugabe, dem Vorspiel zum 3. Akt. Hier zeigte Andris Nelsons seine wahre Leidenschaft. Heute saß ich auf dem 2. Balkon auf Höhe der 1. Violinen und konnte dem Maestro in die Partituren schauen. Bei der Zugabe brauchte er seine Partitur nicht mehr.  … Große Ovale kennzeichnen seine Partituren. …

Was ein Trompeter nicht alles kann! – In diesem Fall muss man sagen, was Hakan Hardenberger nicht alles kann und in dem Trompetenkonzert von HK Gruber zeigt. Mehrstimmig auf einer Trompete spielen, indem eine zweite Stimme gleichzeitig in die Trompete gesungen wird, verschiedene Trompeten kurz hintereinander spielen, mit unterschiedlichen Dämpfern spielen, eine Trompete auseinanderbauen und damit spielen und wieder zusammenbauen, auf einem Kuh-Horn phantastische Klänge und Melodien spielen. All das fügt sich im Trompetenkonzert von HK Gruber auf einem klanglichen Flokati des Orchesters wunderbar zusammen dank der Genialität von Hakan Hardenberger, der dieses Konzert seit bald zwanzig Jahren musiziert und so zelebriert als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Seine Zugabe auf dem Kuh-Horn hatte etwas Mystisches – es schien aus der Zeit gefallen zu sein.

Tod und Verklärung und Till Eulenspiegels lustige Streiche habe ich wie zum ersten Mal, gänzlich neu hören und erleben können. Es ist wunderbar, wenn Musik, die manchmal einer Abnutzung unterliegt, plötzlich wie zum ersten Mal erklingt.

So sage ich dem neuen Exklusiv-Künstler “Danke, Andris!” für die neue Musik! Wir werden uns auf phantastische Momente des Musikerlebens freuen können.

Benedikt, qui venit in nomine Dominik.
Osanna in excelsis.

 

p.s. Kurze Erklärung für den geneigten Leser, der nicht im Konzert war: Konzerthausintendant Benedikt Stampa hielt zu Beginn eine kleine Begrüßungsrede, in der er den neuen Exklusiv-Künstler am Konzerthaus Dortmund Andris Nelsons vorstellte. Der bedankte sich darauf bei Dominik – äh, nein – Benedikt.