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26.12.2018 – Il Barbiere di Siviglia – Opernhaus Dortmund

Commedia von Gioachino Rossini

Musikalische Leitung: Motonori Kobayashi
Regie und deutsche Zwischentexte: Martin G. Berger
Bühne: Sarah-Katharina Karl
Kostüme: Alexander Djurkov Hotter
Puppenbau: Rachel Pattison

Graf Almaviva: Sunnyboy Dladla
Figaro: Petr Sokolov
Dr. Bartolo: Morgan Moody
Rosina: Aytaj Shikhalizada
Don Basilio: Denis Velev
Berta: Vera Fischer
Der Puppenspieler / Erzähler: Ks. Hannes Brock
Puppenspielerinnen: Julia Giesbert, Veronika Thieme

Herrenchor der Oper Dortmund, Fabio Mancini
Dortmunder Philharmoniker

Der Barbier als Marionettentheater. Eine sehr schöne Idee – doch trägt sie auch bis ans Ende der Oper?
Die Bühne ist auf ein großes Fenster des Marionettentheaters reduziert, die Darsteller agieren an Seilen und müssen gelegentlich auch in die Luft. Nach längeren deutschen Erzähltexten – vor dieser Bühne – hört und sieht man jeweils eine Nummer. So geht das über eineinhalb Stunden bis zur Pause. Der Fesseln hat man sich am Ende entledigt, nun soll die große Freiheit kommen. Das alles inklusive Puppenspiel und Budenzauber ist sehr unterhaltsam und jetzt könnte auch Schluss sein – doch da muss ja noch etwas kommen, es fehlt ja noch das HappyEnd.
An diesem Punkt wird spätestens deutlich, die Dramaturgie stimmt nicht mehr. Es fehlen die Verwicklungen, Intrigen, der Wirbel, eben all das, was eine solche Komödie von Rossini lebendig macht und erhält. Doch das ist alles verschwunden und die deutschen Erzähltexte samt erfundenem Erzähler ersetzen es auch nicht wirklich – sind mir gar am Ende zuviel. Ein überzeugendes HappyEnd, eine Lösung des nicht vorhandenen Kuddelmuddels ist es eben nicht. Sogar das musikalische Finale erscheint schwach gegenüber dem vor der Pause.
Nun, wer nicht so sehr an stimmiger Dramaturgie interessiert ist, dem wird nichts fehlen, denn das, was man außer dem sehenswerten und unterhaltsamen Spektakel musikalisch geboten bekommt, ist vom feinsten, insbesondere die Darsteller*innen der Rosina, des Figaro, des Dr. Bartolo und des Basilio sind wirklich phantastisch. Ebenfalls Herrenchor und Orchester. Bravo! Bravo!