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15.12.2017 – Sinfoniekonzert – Ludwig Orchestra, Barbara Hannigan – Konzerthaus Dortmund

Ludwig Orchestra, Barbara Hannigan Sopran, Dirigentin, Ingrid Geerlings Flöte

Claude Debussy »Syrinx« für Flöte solo
Arnold Schönberg »Verklärte Nacht« op. 4 Fassung für Streichorchester
Alban Berg »Lulu-Suite«
George Gershwin Suite aus »Girl Crazy«

Eine singende Dirigentin – erwartet und angekündigt wie eine akrobatische Zirkusnummer, da verwundert ein singendes Orchester kaum, ja fordert es geradezu heraus. Und Singen ist doch nur allzu selbstverständlich. Kann denn nicht jeder Musiker auch singen? Hier wurde es bewiesen. Sauber und klangschön können die Musikerinnen und Musiker vierstimmig singen. Toll, dass man das auch einmal hört – in Gershwins Suite aus Girl Crazy.
Dieser Titel soll ja wohl auf die die Sängerin und Dirigentin Barbara Hannigan anspielen. Aber ist das denn crazy, wenn eine Dirigentin singt? Das tut doch hoffentlich jede/r Dirigent/in (wenn auch nicht professionell im Konzert, wenigstens in den Proben).
Das war eine wunderbare Erfahrung und nicht nur deswegen ein wunderbares Konzert. Vielleicht mit ein paar Startschwierigkeiten, was die Türschließer und die Handybesitzer angeht (Schönbergs Verklärte Nacht gab es doch erst vor kurzem in Dunkelheit!).
Bergs Lulu-Suite erfährt in ihrer Expressivität eine grandiose Überhöhung, wenn Barbara Hannigan sich dem Publikum zuwendet und singt. Singen – dieses Wort erscheint hier völlig banal, untertrieben, verniedlichend. Nein, es ist eine absolute Entäußerung ihrer selbst, die unter die Haut geht.
Ein bisschen schade, dass in Gershwins Suite eine elektronische Verstärkung zum Einsatz kommt. Muss das sein?
Nun – abgesehen davon -, bitte mehr dieser totalen Entäußerungen im Konzert!
Brava! Bravi!